In der medizinischen Therapie bemühen wir uns, den Zusammenhang zwischen physischen, psychischen und sozialen Bedingungen von Gesundheit zu berücksichtigen. Dabei sollen die Patientinnen erkennen, dass körperliches und seelisches Befinden eng miteinander verflochten sind. 
Zu unserem Team gehören ein Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie eine Ärztin aus dem Erfahrungsbereich Allgemeinmedizin /Kardiologie, welche intensiv in die therapeutische Arbeit mit eingebunden ist. Daneben arbeitet konsiliarisch ein niedergelassener Nervenarzt mit. Mit den regionalen Fachärzten (Internisten, Frauenärzten, Zahnärzten etc.) stehen wir in enger Kooperation und vermitteln und organisieren bei Bedarf die entsprechenden Arztbesuche.

Jede Patientin wird zu Beginn der Therapie eingehend ärztlich untersucht. Besonderen Wert legen wir auf die Erhebung der Vorgeschichte. Erfahrungsgemäß spielen psychosomatische Erkrankungen, manchmal zu großzügig verordnete Medikamente oder eine unkritische Selbstmedikation eine wichtige Rolle in der Suchtentwicklung. Neben der Eingangsuntersuchung, der Verlängerungsuntersuchung und der Abschlussuntersuchung wird begleitend eine 14-tägige Visite durchgeführt und dokumentiert.

Großes Gewicht messen wir neben der medizinischen Grundversorgung der Therapie der Suchtfolgeerkrankungen und der akut auftretenden Gesundheitsstörungen in einem ganzheitlichen Konzept der Gesundheitsvorsorge bei. Dies geschieht in ärztlichen Einzelgesprächen, in Gruppengesprächen über medizinische Fragen der Suchterkrankung, über psychosomatische Zusammenhänge und über Fragen einer gesunden Ernährung. In unserer Gemeinschaft sollen die Patientinnen lernen, mit Befindlichkeitsstörungen ohne Medikamente zu leben und sich für ihre Gesundheit mitverantwortlich zu fühlen. Wir fördern den kritischen Umgang mit Medikamenten und – wo möglich – die Kenntnis von Alternativen vor allem auch für die Zeit nach der Entlassung.